Rückblick auf die FSV-Exkursionen des Jahres 2015


Sonntag, 4. Januar 2015, 10.00 - 15.00 Uhr


Wanderung in die Umgebung von Bergedorf

Piep-Show in Bergedorf

Dieser Artikel ist im Delmenhorster Kurier erschienen und wurde von Jochen Brünner geschrieben. Von ihm stammt auch das Bild.

Wer sich der gestrigen Exkursion des Fuhrenkamp­Schutzvereins (FSV) rund um die Ortschaft Bergedorf anschloss, musste nicht nur gut zu Fuß sein, sondern auch ein gutes Gehör und ein gutes Auge mitbringen. Auf neun Kilometer Strecke galt es, die örtliche Vogelwelt zu erleben. Und die erwies sich selbst im Winter als ergiebig.
Eigentlich steht bei der ersten Exkursion des Jahres, mit der der Fuhrenkamp­Schutzverein (FSV) am gestrigen Sonntag in seine neue Saison startete, nicht so sehr die Vogelbeobachtung im Mittelpunkt, sondern nach den eher bewegungsarmen Feiertagen auch das Erlebnis des Wanderns in freier Natur. Knapp 40 Vogel-Interessierte und Naturliebhaber – darunter zahlreiche Bergedorfer – folgten Klaus und Pia Handke auf ihrem rund neun Kilometer langen Spaziergang rund um die Ortschaft Bergedorf.
Nun ist Bergedorf aber so etwas wie das „Eldorado“ für Vogelfans in der Gemeinde Ganderkesee. „Obwohl die Bauerschaft nur zehn Prozent der Fläche Ganderkesees ausmacht, finden sich hier etwa 75 Prozent aller Brutvogelarten, die wir in der Gemeinde haben“, sagt Handke. Insgesamt hat er 85 verschiedene Vogelarten in Bergedorf nachgewiesen.
Und bei einem normalen Spaziergang würden einem gut und gern 30 bis 35 Arten begegnen – selbst im Winter, wovon sich die Exkursions-Teilnehmer gestern überzeugen konnten. „Im Augenblick ist es zudem ungewöhnlich mild, deshalb haben viele Vögel schon Frühlingsgefühle“, erklärt der FSV-Vorsitzende die ungewöhnlich hohe Dichte.

Mittelspecht für Fortgeschrittene

Allerdings: Man braucht nicht nur ein gutes, sondern man braucht auch ein geübtes Ohr. „Haben das jetzt alle gehört“, fragt Handke, als die Gruppe an der Feldhorst, einem kleinen aber alten und deshalb bedeutsamen Wald, Halt macht. Bei der Meise können dem Exkursionsleiter noch alle Teilnehmer folgen, doch beim Mittelspecht, den Handke ausgemacht haben will, streichen viele die Segel. Macht aber nichts: Gattin Pia ist flugs mit dem MP3-Player zur Stelle und spielt den Ruf vor. Auch ein Eichelhäher und ein Kleiber sind hier an „Instrumenten des Waldes“ zu vernehmen.
„Wenn meine Ohren schwächer werden würden, wäre das ein Problem. Dann wäre ich für die freie Landschaft nicht mehr zu gebrauchen und müsste Bücher schreiben“, räumt Handke ein. Um seine Ohren zu schonen, habe er zeitlebens laute Veranstaltungen oder laute Musik gemieden. Doch auch er merke inzwischen, dass er die eine oder andere Heuschrecke schon nicht mehr höre.

Als Futter nicht attraktiv

Ein guter Test, ob die Ohren noch funktionieren, ist auch das Wintergoldhähnchen, das Handke auf dem Stamm einer Kiefer entdeckt. Dafür braucht es aber zudem ein geübtes Auge. „Das Goldhähnchen wiegt nur 4,5 Gramm und ist damit der kleinste Vogel in Deutschland“, erklärt Handke. Und weil es fast nur noch aus Federn bestehe, habe es keine Feinde mehr. Es sei schlicht für niemanden attraktiv, es zu fressen.
Weiterhin begegnen die Exkursionsteilnehmer unter anderem einer Goldammer, einem Mäusebussard, einer Elster sowie einer Haubenmeise. Auch über die freut sich der Ornithologe besonders, weil sie niemals in die Gärten komme, aber über eine unverwechselbare Stimme verfügt. Kurz vor dem Jugendhof Steinkimmen entdeckt Handke einen Gartenbaumläufer. Eigentlich ein unscheinbarer Vogel, aber mit Handkes Begeisterung für sein Fach wird aus fast jedem Vogel eine Attraktion. Und damit ihn auch alle sehen können, folgt er dem Weg des Gartenbaumläufers auf dem Stamm mit dem Laserpointer. Die Ferngläser recken sich in die Höhe, mit Kopf im Nacken und durchgedrückten Rücken folgt die Gruppe dem grünen Punkt auf dem Stamm und sieht für einen Augenblick richtig windschief aus.

Lob für die Gemeinde

Auf dem Weg kommentiert Handke immer wieder auch die verschiedenen Naturschutzmaßnahmen der Gemeinde, lobt die Umwandlung von Nadel- in Laubwald sowie die Anlage von Wallhecken, Ackerrandstreifen und Kleingewässern. Auch zeichne es die Gemeinde aus, dass es im ländlichen Bereich noch viele Sandwege gebe, die deshalb nur wenig befahren werden würden. Aber er kritisiert auch, wenn die Äcker bis dicht an den Wegesrand bewirtschaftet werden.
Auf dem letzten Teilstück kann Handke den Teilnehmern dann noch eine echte Sensation bieten: „Da, rechts! Rebhühner!“, ruft er begeistert. Wer schnell das Fernglas zückt, sieht eine Kette von acht bis zehn Rebhühnern übers Brachland fliegen, wo sie in der Fläche verschwinden. „Wir haben bislang rund 90 Exkursionen gemacht, aber Rebhühner haben wir noch nie zeigen können. So etwas kann man einfach nicht planen“, freut sich der FSV-Vorsitzende und entlässt beim abschließenden Kuchenbuffet am Feuerwehrhaus rundum zufriedene Teilnehmer in den weiteren Nachmittag.

Gruppe bergedorf

 

Samstag, 25. April 2015, 18.00 - 22.00 Uhr

Nachtigal - Wanderung im Huntetal bei Dötlingen

(M. Himmel)

18 Teilnehmer trafen sich um 18.15 Uhr auf dem Parkplatz der Wallschule in Wildeshausen ein. Nachdem das Picknick in Rucksäcke verstaut war, begann die 12 km lange Wanderung, die uns bei wechselndem Wetter durch das hügelige Relief des Huntetals entlang der zahlreichen Altarmen und der alten Eichenbestände führte. Gleich am ersten Altarm konnten wir Spuren des lange verschollenen Bibers betrachten. Seit dem letzten Jahr ist der Pflanzenfresser wieder zurück in Wildeshausen und es bleibt abzuwarten, ob er sich hier dauerhaft ansiedeln kann.

biberspur

Im weiteren Verlauf unserer Wanderung konnten wir dem Gesang zahlreicher Vogelarten lauschen: Mönchsgrasmücke, Rotkehlchen, Zaunkönig, Gartenbaumläufer, Wintergoldhähnchen, Singdrossel, Zilpzalp, Fitis, Kleiber, Kohl-, Blau- und Sumpfmeise, Amsel u.a.. Den Gesang des Baumpiepers und des Gartenrotschwanzes haben wir vermisst, was wohl an dem schlechten Wetter lag.
Nach einem kleinen Anstieg auf 19 m Höhe gelangten wir schließlich zur „Aschenbeckschen Insel“, wo im Sommer 2008 ein Altarm angeschlossen wurde. Anhand einer Infotafel, die u.a. über die Hunte im Wandel der Zeit informiert, konnten der Altarmanschluss sowie zwei weitere Anschlüsse anschaulich erläutert werden.

Hunte

Nach einem Picknick ging es gestärkt weiter in Richtung Dunkelheit. Schließlich waren wir gespannt auf den Gesang der Nachtigall. Dieser fiel zu unserer Enttäuschung jedoch recht verhalten aus. Dafür wurden wir mit dem Ruf des Waldkauzes und dem Überflug von Schleiereule und Fledermäusen sowie einer schönen Abendstimmung entschädigt.

Sonntag, 16. August 2015, 9.00 - 16.00 Uhr


Exkursion an die Luneplate

Mit 20 Personen besuchte der FSV unter Leitung von Dr. Klaus Handke die Luneplate südlich von Bremerhaven. Auf 1.000 ha wurden dort die Eingriffe für den Bremer Containerhafen ausgeglichen. Es entstand dort ein Naturparadies für brütende und rastende Vögel. Unter anderem ist dieses Gebiet mit bis zu 1.000 Exemplaren eines der drei wichtigsten Mauserplätze des Säbelschnäblers an der deutschen Nordseeküste. Kernstück der Ausgleichsflächen ist ein Biotop, dass täglich 2 Mal überflutet wird. Dort entstand ein Biotopmosaik aus Süßwasser, Watten und Röhrichten. Auf einer 7 km langen Wanderung umrundeten wir das Gebiet und besichtigten den neu angelegten Beobachtungsturm und einer Beobachtungshütte, die nicht nur optisch toll aussehen sondern auch excellente Aussichten auf das Gebiet und viele Vogelarten ermöglichen. Nirgendwo sonst im Umfeld von Bremen gibt es derzeit so gute Beobachtungsmöglichkeiten für Vögel. Auf unserer Exkursion sahen wir viele interessante Vogelarten wie Löffler, Silberreiher, Säbelschnäbler (über 600 Ex.), Rohrweihe, Wiesenreihe, Wanderfalke, Kampfläufer, Uferschnepfe, Bekassine und viele Uferschwalben. Ein herzhaftes und süßes Büfett rundete die Exkursion ab.

gebiet

Artenliste:

Kormoran

Graureiher

Silberreiher

Löffler

Graugans

Kanadagans

Brandgans

Stockente

Krickente

Knäkente

Löffelente

Schnatterente

Pfeifente

Mäusebussard

Rohrweihe

Wiesenweihe

Wanderfalke

Turmfalke

Säbelschnäbler

Sandregenpfeifer

Goldregenpfeifer

Kampfläufer

Rotschenkel

Dunkler Wasserläufer

Grünschenkel

Bruchwasserläufer

Waldwasserläufer

Flußuferläufer

Flußseeschwalbe

Lachmöwe

Heringsmöwe

Silbermöwe

Ringeltaube

Bachstelze

Wiesenschafstelze

Wiesenpieper

Rauchschwalbe

Uferschwalbe

Steinschmätzer

Star

 

 

 

 

 

Strandaster

 

 

 

Beobachten

Samstag, 29. August 2015, ca.10.30 - 22.00 Uhr


Wattwanderung nach Baltrum

Eine außergewöhnliche Exkursion, die von H. Lammert organisier wurde, unternahm der Fuhrenkamp - Schutzverein am Sonnabend, dem 29. August an.
Zunächst wurde per Fähre von Neßmersiel nach Baltrum übergesetzt und spät nachmittags ging es bei sonnigem Wetter zu Fuß über die Salzwiesen und durch das Watt zurück zum Festland.
Bei der Führung durch das UNESCO Weltnaturerbe wurde den Wanderern ein Teil dieser artenreichen und schutzwürdigen Flora und Fauna des Nationalparks gezeigt. Im Watt der ostfriesischen Inseln wird der Tier- und Pflanzenbestand mit 10.000 Arten angegeben.
Die Teilnehmer der Tour bekamen am Sonnabend Strandflieder, Strandaster, den Queller, Algenrasen und die verschiedenen Algenarten zu sehen. Die Vögel des Watts waren dem ablaufenden Wasser gefolgt und daher nicht aus der Nähe zu beobachten. Dafür wurden aber viele kleine und größere Tiere erklärt, die es nur im Watt gibt. Vom Bäumchenröhrenwurm und Miniseepocken, über die Pfeffermuschel bis hin zur Rippenqualle und den eher schon bekannten Herzmuscheln und Nordseegarnelen staunten die Wattwanderer über die große Biodiversität dieses einzigartigen Biotops.
Die Resonanz der Gruppe war äußerst positiv. Den sehr verständlichen und ausführlichen Erläuterungen der erfahrenen Wattführerin wurde mit Interesse gelauscht.

Gruppe

Beobachtet werden konnten:

Salzwiesen
Strandflieder und Strandaster,
Queller
Herzmuschel
Sandklaffmuschel
Nordeegarnelen
Rippenqualle
Algenrasen
Kieselalgen
Braunalgen
Strandkrabben
Seesterne
pazifische Felsenauster (die nicht durch den Klimawandel oder an Schiffwänden hierher gekommen ist, sondern bewusst eingeführt wurde)
Miniseepocken,
Napfschnecken
Miesmuscheln,
Ringel- und Opalwurm
Borsten-/Pierwurm, der allgemein als Wattwurm bezeichnet wird
Bäumchenröhrenwurm
Pfeffermuschel
und die winzige Wattschnecke

Löffler
Graugänse
Eiderenten
Brandgänse
Rotschenkel
Austernfischer

Pierl